Gott – Ehre – Vaterland

Gerhard Graf von Schwerin
Gott – Ehre – Vaterland
Geleitworte des Grafen von Schwerin bei der Kranzniederlegung am 20. Juli 1958 im Ehrenhof des Bendlerblocks in der Stauffenbergstraße, Berlin



Dieser Kranz wird niedergelegt im Namen der ehemaligen Kameraden, der am 20. Juli 1944 in diesem Hof und an dieser Stelle erschossenen Offiziere. – Auf der Schleife unseres Kranzes haben wir die Worte eingetragen


Gott – Ehre – Vaterland,


weil das die moralischen Werte sind, für welche diese Männer in den Tod gegangen sind.


Sie wollten das in den Staub getretene Recht und die geschändete Würde des Menschen wieder aufrichten. – Sie wollten die Ehre des deutschen Soldaten und des deutschen Volkes wiederherstellen, die von Hitler und seinen Leuten in den Schmutz gezerrt war. – Sie machten im Bewusstsein höchster Verantwortung vor Gott und den Menschen den Versuch, das Vaterland zu retten.


Dafür haben sie ihr Leben eingesetzt und dafür sind sie in den Tod gegangen.


Die Worte „Gott – Ehre – Vaterland“ umreißen dieses Ethos der Männer des 20. Juli. – Es hebt sie heraus aus der Sphäre rein persönlichen Schicksals und macht die Tat des 20. Juli 1944 zu einem untrennbaren und unvergleichlichen Teil des Gesamtschicksals unseres deutschen Volkes.


Das ist der Grund, weshalb wir uns jedes Jahr hier versammeln und der Männer gedenken, die zu uns gehörten, die für uns gefallen sind, deren Tat im Bewusstsein unseres Volkes fest und tief verankert ist – trotz aller Schmähungen – und deren Namen das deutsche Volk für immer in höchsten Ehren halten wird.


Ludwig Beck
Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Werner von Haeften
Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim
Friedrich Olbricht


 

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