Lebendiges Archiv

Hier werden Familienarchive zum Sprechen gebracht und geben einen Einblick in das Schicksal der Angehörigen nach 1945. In der Reihe STARKE FRAUEN werden zudem die bisher wenig beachteten Frauen der Widerstandskämpfer vorgestellt, deren Portraits seit Juli 2026 auf LinkedIn gepostet werden. 

Im Gefängnis gibt man sich in Gottes Hand

Der Name Stauffenberg fällt nach dem gescheiterten Umsturz vom 20. Juli 1944 sehr schnell, auch öffentlich. Claus Schenk Graf von Stauffenberg wird als Hauptprotagonist des versuchten Attentats und Staatsstreichs in der Nacht zum 21. Juli hingerichtet. Seiner Frau Nina bleiben zwei Tage, bis die Gestapo sie am 23. Juli in Lautlingen bei ihrer Schwiegermutter ausfindig macht, wo sie mit den Kindern die Sommerferien verbringen wollte.

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Ihr Tod bleibt ein Mysterium

Generaloberst Ludwig Beck gehört zu den zwar nicht mehr aktiven, aber ranghöchsten Offizieren des Widerstands. Seine herausragende Rolle bei der Vorbereitung des Umsturzes und bei der Planung für eine Neuordnung Deutschlands, seine für jeden offensichtliche Bedeutung als vorgesehenes Staatsoberhaupt lenken in besonderem Maße den Hass der Gestapo auf seine Person.

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Trotz aller Angst der Stimme des Herzens folgen

„Die beiden Mariannen“ – so werden sie von Familie und Freunden gesehen, und so sind sie vielen Menschen in Erinnerung geblieben. Zwei Frauen, die sich aus Glaubenstiefe von Anfang an gegen den Nationalsozialismus stellen, jüdischen Verfolgten helfen, gefangene Regimegegner in den Gefängnissen Tegel und Lehrter Straße betreuen und deren Angehörige unterstützen.

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Von der Gestapo nimmt sie auch ihr eigenes Geld nicht an

„Ich weiß noch wie ich beim Kohleschaufeln am 20. Juli 1944 im Radio von dem Attentat auf Hitler hörte – und vom Misslingen – und zu Tode erschrak. Ich versuchte mich zu beruhigen, weil Carl Ernst schon lange weg war vom Führerhauptquartier. Aber er hatte mir gesagt, dass es seinen Kopf kosten würde, wenn je herauskäme, was er damals gesagt und getan hätte.“

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Die Sorge um die Kinder ist größer als die Not

„Alarm gibt es nicht mehr, darum müssen wir gefasst sein, dass die Bomben schneller fallen, als wir denken.“ Die Erinnerungen von Hedwig Lejeune-Jung über die letzten Kriegstage in Berlin sind ein bewegendes Zeitzeugnis. Nüchtern berichtet sie über den Alltag einer Mutter in Zeiten ohne Normalität.

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Die Anfeindungen nehmen einfach kein Ende

Frau eines Verräters – dieses Stigma gilt nicht nur für die Frauen der im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 Hingerichteten, sondern auch für die Ehefrauen der Soldaten, die nach Stalingrad in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten sind und sich dem Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) angeschlossen haben. Sie teilen oft das gleiche Schicksal: monatelange Sippenhaft, in der NS-Zeit, Trennung von den Kindern, Enteignung.

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Nach dem Krieg verdient sie das Geld

Das Haus Wirmer in Berlin-Lichterfelde ist ein wichtiger Treffpunkt im Vorfeld des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 gewesen – Menschen unterschiedlicher Auffassungen sind dort zusammengekommen, um das gemeinsame Widersetzen gegen die NS-Diktatur zu planen.

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Im Gestapo-Verhör hält sie stand

„Weiß mehr als sie zugibt“, steht später quer über ihrer Gestapo-Akte – und das entspricht definitiv der Wahrheit. Reinhild Gräfin von Hardenberg ist auf vielfache Weise in den Widerstandskreis um Claus Schenk Graf von Stauffenberg verwoben: auf dem elterlichen Gut in Neuhardenberg finden etliche Gespräche mit ihrem Vater statt, der nach einem erfolgreichen Umsturz für den Posten des Oberpräsidenten von Berlin und der Provinz Brandenburg vorgesehen ist. 

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Die Jahre mit Adam waren ein einziges Geschenk

Wie viele Pläne, welche Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft erfüllen eine junge Frau, wenn sie mit 23 Jahren heiratet – auch im Jahr 1940. Vier gemeinsame Jahre erlebt Clarita von Trott zu Solz mit ihrem Mann Adam, das letzte belastet durch räumliche Trennung.

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Unterstützung der “Grunewald-Gefährten”

Es muss eine unbeschwerte Kindheit gewesen sein, die Emmi Delbrück in Berlin verbringt. Die Delbrück- Harnack- und Bonhoeffer-Kinder sind "Grunewald-Gefährten"; sie wohnen in der Nachbarschaft, spielen miteinander, gehen in dieselbe Schule und machen gemeinsam Musik. Emmi ist das sechste von sieben Geschwistern. Ihr älterer Bruder Justus ist eng befreundet mit Klaus Bonhoeffer, dem drittältesten der acht Bonhoeffer-Geschwister.

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Rattenfänger sollen nie wieder Erfolg haben

Annedore Leber, Tochter eines Oberstudien-Direktors, beweist schon früh Selbständigkeit und eigene Lebensvorstellungen. Gegen den Willen ihrer Eltern bricht sie das Jurastudium ab und entscheidet sich für das Schneiderhandwerk - zeitlebens wird sie für ihre elegante Erscheinung bewundert.

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Trauern darf sie nur nachts

Die Nachricht von der Hinrichtung ihres Mannes Cäsar erreicht Ilse-Lotte von Hofacker am 10. Januar 1945 im isolierten Krankenzimmer der Baracke Haudegen 1 im KZ Stutthof bei Danzig. Sie selbst hat den Scharlach gerade überwunden, jetzt pflegt sie ihre 15 Jahre alte, hoch fiebernde Tochter und andere Sippenhäftlinge.

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Als die Nazis alles beschlagnahmen, retten Weingläser vor dem Nichts

Mit langen Briefen halten Elfriede und ihr Mann Joachim während seiner Kriegsverwendung Kontakt - bis in den Juli 1944 hinein. Sie mit den fünf Kindern Gerhard (8), Günter (7), Rainer (6), Hartmut (3) und Renate (1) in Buchwald, er als Abwesenheitsstellvertreter Stauffenbergs in Berlin.

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Im Garten herrschte Frieden

GEORG ALEXANDER HANSEN ist in führender Position an den Vorbereitungen des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 beteiligt. 

Sein Sohn Karsten erinnert sich heute vor allem an die Ruhe, die sein Vater ausstrahle:

"So wie hier 1939 in Mahlow, südlich von Berlin, haben wir dann auch bis 1943 sommers im Rangsdorfer Garten mit unserem Vater auf der Wiese gesessen...."

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Mein Vater Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg

Der Publizist KARL LUDWIG FREIHERR VON UND ZU GUTTENBERG pflegt seit 1939 Kontakte zu Vertretern des konservativen Widerstands. Im April 1945 wird er nach neun Monaten Haft von einem Sonderkommando des Reichsicherheitshauptamtes ermordet. Seine Tochter Maria Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg blickt auf ihre frühen Erinnerungen an den Vater zurück und erzählt, was sie am meisten beeindruckt und damit wohl auch geprägt hat.

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Die Vergangenheit lebt in uns weiter

Als sich KURT FREIHERR VON PLETTENBERG im Gebäude der Geheimen Staatspolizei in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße 8 aus dem Fenster des Vernehmungszimmers in den Tod stürzt, ist seine Tochter Dorothea knapp eineinhalb Jahre alt. Es ist der 10. März 1945, ungefähr 11.30 Uhr. Der Freitod des Vaters beschäftigt sie bis heute.

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"Bedenke das Ende"

Aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heraus, ruft der General der Artillerie, WALTHER VON SEYDLITZ-KURZBACH, deutsche Soldaten zum Überlaufen auf, um so die Anti-Hitler-Koalition zu stärken und ein schnelles Ende des Krieges herbeizuführen. Er überlebt Krieg und Gefangenschaft und verbringt viel Zeit mit seinem ältesten Enkel, Wolfgang von Dallwitz. Dieser erinnert sich an sehr persönliche Erlebnisse und Erzählungen.   

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Ein Flug in die Vergangenheit

ADOLF REICHWEIN ging Anfang der 30er Jahre in den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und wurde 1940 Mitglied des „Kreisauer Kreises“. Seine Tochter Sabine erinnert sich an den begeisterten Sportpiloten und träumt von einem letzten Flug mit ihm in Vergangenheit und Gegenwart.

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Ein letzter Besuch...

Als Chef des Stabes bei General Stülpnagel in Frankreich leitet HANS-OTFRIED VON LINSTOW am 20. Juli 1944 die Verhaftung von Gestapo- und SD-Kräften in Paris ein. Drei Tage später wird er festgenommen. Sein Sohn Hans-Harald erzählt vom letzten Besuch des Vaters bei der Familie.

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Dem Leben zugewandt

Für die Gestapo war die „Rote Kapelle“ eine Spionageorganisation der Sowjetunion, die sie Ende 1942 brutal zerschlägt. Unter den hingerichteten „Landesverrätern“ sind auch HILDE und HANS COPPI. Ihr Sohn Hans ist da gerade erst geboren. Obwohl er seine Eltern nur aus Erzählungen, Fotos und Briefen kennt, begleiten sie ihn bis heute.

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Er schien zu wanken...

JOSEF WIRMER wurde als Rechtsanwalt und junger Zentrumspolitiker früh zu einem Gegner Hitlers und dessen Politik. Schon ab Mitte der 1930er Jahre knüpfte er Kontakte zu kirchlichen Kreisen sowie oppositionellen Gewerkschaftsvertretern. Später bereitete er mit den Weg für eine Zusammenarbeit dieser Gruppe mit Carl Friedrich Goerdeler und seinem liberal-konservativen Widerstandskreis. Im Vordergrund stand für Josef Wirmer der Kampf gegen das Unrechtssystem, das jede Form von Verbrechen ermöglicht hatte.

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In der Fantasie dem Krieg entkommen

Ein junger Mann lächelt vermeintlich unbeschwert in die Kamera. Das für Kriegszeiten ungewöhnliche Bild zeigt den Berufsoffizier EGBERT HAYESSEN - in Zivil.

Kurze Zeit später, nach dem Anschlag auf Adolf Hitler, ist Hayessen am 20. Juli 1944 in der Berliner Stadtkommandantur maßgeblich an der Durchführung der „Operation Walküre“ beteiligt und bereitet unter anderem die Festnahme von „Reichspropagandaminister“ Joseph Goebbels vor.

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„Gedanken sind Kräfte“ - für Günther Smend wie für seine Familie

Auf den ersten Blick wirkt das Büchlein recht unscheinbar: 10,3 Zentimeter hoch, 7,5 Zentimeter breit und 2 Zentimeter dick. Doch für die Nachkommen von GÜNTHER SMEND, den Graf Stauffenberg 1944 gebeten hatte, seinen Vorgesetzten Generaloberst Zeitzler, damaliger Chef des Generalstabes des Heeres, für den Umsturzversuch des 20. Juli 1944 zu gewinnen, ist die Lektüre von „Gedanken sind Kräfte“ ein Schatz, der hilft, Antworten zu finden.

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Eine Gestapo-Quittung als Erinnerung und Klopapier als Notlüge

CÄSAR VON HOFACKER gehörte zu den Männern, die im besetzten Paris den Umsturz vorbereitet und am 20. Juli 1944 wie geplant alle SS- und Gestapo-Leute festnehmen lassen hatten. Nach dem Scheitern der Verschwörung wurde er am Montag, den 25. Juli in Paris festgenommen und einen Tag später einem ersten Gestapo-Verhör unterzogen.

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Trebbow – Ort der Verschwörung. Und ein spät zugestellter Brief

FRITZ-DIETLOF GRAF VON DER SCHULENBURG war in den Jahren, die auf den Attentatsversuch am 20. Juli 1944 hinführten, zunehmend zu einer der zentralen Gestalten der Verschwörung geworden. Aus einer nationalkonservativen Familie des preußischen Hochadels stammend, war sein Weg in den Widerstand nicht selbstverständlich. Aufgewachsen war er in Mecklenburg auf Schloss Tressow, gemeinsam mit seinen vier Brüdern und seiner Schwester Elisabeth, genannt Tisa, die Künstlerin geworden und 1934 mit ihrem jüdischen Ehemann nach England emigriert war. Sie war von Anbeginn eine Gegnerin der Nazis und empfand sich als Sozialistin.

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